Pressemeldung InterBündniss Gießen



Liebe Kolleginnen und Kollegen,

als klassenkämpferisches Internationalistisches Bündnis Gießen stehen wir konsequent an eurer Seite! Wir sind empört darüber, mit was für billigen Scheinangeboten ihr abgespeist werden solltet.Völlig zurecht antwortet ihr darauf mit weiteren Streiks!
Wir sind zutiefst beeindruckt von eurer Entschlossenheit und Geschlossenheit mit 99 prozentiger Zustimmung jetzt unbefristet zu streiken. Euer Job ist anstrengend, mitunter sogar gefährlich, aber eure Bezahlung ist dagegen ein Witz. Darüber hinaus gehören Unverständnis und mehr als oft genug sogar Gewalt und rassistische Anfeindungen zu den tagtäglichen Erfahrungen eines Busfahrers. Gleichzeitig ist euer Job aber auch enorm wichtig. Alle reden von Verkehrswende, Umweltschutz und Klima,wandel‘, Millionen gehen in Deutschland und auf der ganzen Welt für den Erhalt der natürlichen Umwelt auf die Straße, doch wenn es konkret werden soll, kommen von den Regierungen und bürgerlichen Parteien nur Scheinklimapakete und Absichtserklärungen. Als Internationalistisches Bündnis fordern wir den schnellen Ausbau eines umfangreichen kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs, und ihr, die Kolleginnen und Kollegen Busfahrer, gehört da unverzichtbar dazu!

Euer Streik zeigt deutlich: Was wir brauchen sind starke Gewerkschaften, Gewerkschaften die für die berechtigten Forderungen und Interessen der Arbeiter kämpfen und nicht faule Kompromisse am Verhandlungstisch machen! Deshalb unterstützen wir als Internationalistisches Bündnis euren Kampf um die volle Durchsetzung eurer Forderungen. Darüber hinaus fordern wir ein vollständiges gesetzliches Streikrecht, das politische Streiks mit einschließt. Auch ihr wisst es genau – allein ist der Arbeiter nichts, aber gemeinsam ist die Arbeiterschaft eine Macht!
Unsere Solidarität habt ihr sicher, in den jetzigen Kämpfen und in allen Zukünftigen!

Mit solidarischen und kollegialen Grüßen
Internationalistisches Bündnis Gießen

1. Flüchtlingspolitischer Kongress voller Erfolg

180 Teilnehmer aus 20 Nationen folgten am vergangenen Samstag der Einladung von Alassa Mfouapon, seinem Rechtsanwalt Roland Meister und dem Freundeskreis Alassa & Friends zu einem Flüchtlingspolitischen Kongress, der wohl der erste seiner Art war. Alassa Mfouapon war bundesweit bekannt geworden als Sprecher der Flüchtlinge in Ellwangen, die sich 2018 gegen Abschiebung und Kriminalisierung wehrten. „Das Vorhaben, den engen Schulterschluss zwischen der Selbstorganisation der Flüchtlinge mitanderen demokratischen, humanistischen bis hin zu revolutionären Kräften zu organisieren ging auf und begeisterte die Teilnehmer, die von München bis Hamburg angereist waren und für eine große Bandbreite von gesellschaftlichen Gruppen, Initiativen und Organisationen standen. Einzigartig, wie hier die Erfahrungen der Flüchtlinge über Fluchtbedingungen, Ankommen in Deutschland und dem Leben hier, wie ihre kompetenten Kenntnisse über die Fluchtursachen, ihr konkreter Kampf gegen Diskriminierung, gegen die Angst vor Abschiebung, die tagtägliche Erfahrung, als Menschen zweiter und dritter Klasse behandelt zu werden, zusammen kamen mit Berichten flüchtlingssolidarischer Menschen, die selbst auch die Erfahrung von Kriminalisierung und Diffamierung machen und nach Auswegen und Lösungen suchen“, so Adelheid Gruber, eine der Sprecher*innen des Freundeskreises. Vier Impulsreferate zu den Themen „Über die Flüchtlingspolitik der EU und der BRD“, „Weltweite Fluchtursachen und Gegenstrategien“, „Die Lage der Geflüchteten und Proteste dagegen“ und „Handlungsperspektiven“ boten viel Stoff zu Diskussion und Erfahrungsaustausch. Das Referat eines Aktivisten aus Togo über Fluchtgründe und Diskussionsbeiträge über Kamerun und seine Geschichte wiesen nach: Europa und die westliche Welt haben mit ihrer Sklaverei- und Kolonialherrenvergangenheit Afrika um Jahrhunderte zurückgeworfen und entscheidend zur heutigen dramatischen Lage der Jugend in afrikanischen Ländern beigetragen. „Die Unterdrücker haben nur die Hautfarbe gewechselt“ so der Referent aus Togo, denn den Reichtum Afrikas beuten heute internationale Monopolkonzerne aus – mit Wissen und Zustimmung korrupter afrikanischer Regierungen. Widerstand dagegen wird nicht zuletzt mit militärischer Hilfe aus Europa unterdrückt. „Die massive Rechtsentwicklung der Regierung, die die EU abschottet vor den Menschen, die vor den Folgen der neokolonialen und imperialistischen Politik fliehen, fordert uns heraus: wir wollen keine einzige Diskriminierung, keinen behördlichen Rassismus, keine ungerechte Abschiebung unwidersprochen lassen! Wir stehen ein für ein Recht auf Flucht! Mit einer gemeinsam beschlossenen Erklärung bringen wir zum Ausdruck: Die Angst, die nach der unerhörten Kriminalisierung der Ellwanger Flüchtlinge wirkte, kann durch den engen Schulterschluss und wachsende Zusammenarbeit der Flüchtlings- Bleiberechts-, antirassistischen, demokratischen und revolutionären Bewegung überwunden werden“ so Adelheid Gruber über das Ergebnis des Kongresses. „Jetzt reden wir! hat mit diesem Kongress eine neue Etappe 2.0 eröffnet. Die Ellwanger Schule wird weiter Schule machen.“