Unterschriften für Direktkandidaten sammeln – gleich richtig loslegen

Korrespondenz: Mitmotiviert durch den Milchbauern Arno Blum (Bericht) aus Brandenburg hat sich auch ein Milchbauer vom Niederrhein nahe der holländischen Grenze kurz entschlossen, als überparteilicher Direktkandidat im Kreis Kleve zu kandidieren. Viel Zeit war nicht für die mindest geforderten 200 Unterschriften. Das leuchtete auch den beiden zuständigen Frauen in der Kreisverwaltung ein, als wir ihnen deutlich machten, dass das Amt doch jede Initiative unterstützen müsste, wenn jemand sich für eine gute gesellschaftspolitische Sache einsetzen will. Sie setzten alles dran, dass die notwendigen Formalien erfüllt und die Listen schnell ausgehändigt wurden. Mit ausgedruckten 350 Listen zog ich los und begann schon mal meine Argumentation zu testen. Schon paar Türen weiter in der Kreisverwaltung ging ich in das Fraktionszimmer der Grünen. Die Vertreterin winkte aber ab, sie würde doch keine Konkurrenz unterstützen. Interessant, dass sie Menschen die sich für die Belange der Rettung der Umwelt einsetzen, als Konkurrenz empfindet. Nun, wir werden es den Bauern im Wahlkreis berichten, dass sich die Grünen von ihrem Umweltanspruch verabschiedet haben.

Vorstellung der Personen ist wichtig!

Ich ging in die nahegelegene Fussgängerzone und sprach jeden der mir begegnete an. Ich konnte dann in knapp zwei Stunden 16 Unterschriften bekommen. Wichtig war dabei, den Kandidaten, Willi Bovenkerk und seine persönlichen Beweggründe zu kandieren, vorzustellen. Er musste die Milchwirtschaft aufgeben. Um seine Kreditschulden zurück zahlen zu können, musste er Land verkaufen. Den Stall hat er verpachtet, um so seine Familie über die Runden zu bringen. Und damit muss er auch seine Mutter unterstützen. Sie lebt als Witwe von weniger als 400 Euro. Und das nach jahrzehntelangem harten, entbehrungsreichen Leben! Dennoch will er weiter für die Interessen der Milchbauern seine Stimme erheben und dazu die Bundestagswahl nutzen. Er will, dass die kleinen und mittleren Betriebe erhalten werden, dass unsere Kinder künftig qualitativ gute Nahrungsmittel haben werden und nicht in einer von Massentierhaltung und mit Gülle, Gentechnik und Petiziden zerstörten Landschaft leben müssen. Allein aus dem Grund haben einige unterschrieben. Es geht ihm aber auch um die Arbeiter, die aus den selben Profitgründen ihre Arbeitsplätze verlieren.

Solidarische Zusammenarbeit findet Anerkennung

Ich machte auch deutlich: Ich bin Mitglied der MLPD. Die MLPD unterstützt das Anliegen von Willi und setzt sich für seine Kandidatur ein, so wie wir mit allen fortschrittlichen, kämpferischen und revolutionären Menschen gegen den Rechtsruck der Regierung zusammenarbeiten. Viele fanden das gut, dass man sich gegenseitig unterstützt und haben dabei auch erstmals von der MLPD und dem Internationalistischen Bündnis erfahren. Einige unterschrieben auch deshalb, dass hier ein klarer konsequenter Gegenpol zu AfD und Nazis ist. Eine Frau aus Emmerich nahm 10 Listen mit und versprach, dass wir diese in einer Woche bei ihr ausgefüllt, abholen können. „Garantiert“, meinte sie zum Schluss des Gesprächs.