Einladungsflyer erschienen

„Das von Verantwortlichen der Stiftung der Gedenkstätte verfügte Verbot der Gedenk- und Mahnveranstaltung am 17. August anlässlich des 75. Jahrestages der Ermordung Ernst Thälmanns ist rechtswidrig! Das stellte das Verwaltungsgericht Weimar in einem Schreiben am 31. Juli 2019 fest (AZ 6 E 1106/19)“, wie das Zentralkomitee der MLPD in einer aktuellen Pressemitteilung feststellt.

Das Internationalistische Bündnis hat aktuell den Einladungsflyer für die Gedenkfeier für Ernst Thälmann veröffentlicht, die am Samstag, 17. August, in der Gedenkstätte KZ Buchenwald bei Weimar stattfinden wird.

Nachdem das Verwaltungsgericht Weimar aktuell festgestellt hat, dass das Verbot der Feier durch die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora nicht rechtmäßig ist, wurde diese nun ordnungsgemäß angemeldet. (siehe Rote Fahne News!) Stattfinden wird sie am Samstag, 17. August.

Zuvor wird es, ab 10 Uhr, eine 20-minütige Führung über das Mahnmal zum Glockenturm geben. Dann beginnt, um 12 Uhr, die Gedenkveranstaltung am Glockenturm.

Hier gibt es den Flyer als pdf-Datei!

Vom Eisenacher Aufbruch, Daimler Kollegen und der Geschichtswerkstatt Hamburg

Daimler Beschäftigte wollen und werden Ernst Thälmann und allen Antifaschistischen Gedenken!

Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrter Herr Lüttgenau,

durch Printmedien und Internet erfuhren wir, dass die Gedenkveranstaltung zum 75.Todestag Ernst Thälmanns am 17.August 2019 durch Sie verboten wurde.

Wir sind entsetzt und sprachlos, im Moment.

Wer sind wir und warum schreiben wir Ihnen?

Der „Verein Freunde der Internationalen Automobilkoordination Sindelfingen e.V.“,

Tobias Knapp bei Daimler Sindelfingen, Beschäftiger bei Daimler Sindelfingen und, IG-Metall Vertrauensmann und Vorsitzender des Vereins.

Klaus-Jürgen Hampejs, 67 Jahre alt, 1972 – 2016 Daimler Beschäftigter, IG-Metall Vertrauensmann und Betriebsrat, Pressesprecher des Vereins Freunde der IAC Sindelfingen.

Wir sind Gewerkschafter, und Antifaschistischen, in der IG-Metall organisiert und darüber hinaus in der Internationalen Automobilarbeiterkoordination zusammengeschlossen. Mit Kolleginnen und Kollegen aller Automobilhersteller in Deutschland und in vielen Ländern auf dem Globus.

Wir stehen in der Verantwortung für den konsequenten Kampf gegen faschistische Umtriebe, Rassismus, antigewerkschaftliche und arbeiterfeindliche Aktivitäten, Umtriebe. Wir lehnen aber auch jede Hetze und Verunglimpfung von Kommunisten und Marxisten-Leninisten ab.

Die Internationale Automobilarbeiterkoordination ist mit Träger des „Internationalistischen Bündnis“ und wir unterstützen die geplante Gedenkveranstaltung. Wir sind kein Wahlverein und keine Partei.

Internet: https://automotiveworkers.org/de

Wir Daimler Beschäftigte sind Teil einer Belegschaft aus über 150 Ländern.

Wir haben Verantwortung für heute und die Jugend.

Persönlich habe ich, Klaus-Jürgen Hampejs, als Lehrling zwei KZ Inhaftierte kennengelernt, welche meine Grundhaltung bis heute prägent.

Den IGM Bezirksleiter Willi Bleicher, am 3.Januar 1936 auf dem Daimler Gelände verhaftet, kam am 3. Januar 1938 nach Buchenwald. Auch weitere Kollegen!

Willi Dickhut aus Solingen, Arbeiterführer, KPD Funktionär, Mitbegründer der MLPD, war im KZ Börgermoor und in Esterwegen.

Ernst Thälmann, KPD Vorsitzender, ermordet durch die Nazis, Ihm wollen wir gedenken.

Die KPD hatte die richtige Wahlkampf Losung: Wer Hitler wählt, wählt den Krieg.

In dieser historischen Verantwortung arbeiten und wirken wir heute.

Damals war die Arbeiterbewegung und Gewerkschaftsbewegung gespalten; dass darf sich niemals wiederholen. Antifaschistischen, Christen, Gewerkschafter, Kommunisten und viele Andere wurden ermordet.

Herr Lüttgenau, meine Damen und Herren, Sie wissen das alles.

Wollen Sie verantworten, dass wir keine Gedenkveranstaltung durchführen?

2012 haben wir, die IAC (Internationale Automobilarbeiterkonferenz) in München unseren Kongress durchgeführt. Wir waren mit Automobilern aus aller Welt im KZ Dachau zum Gedenken und als Mahnung und Schulung, besonders auch für die Jugend (Dokumentiert).

Wollen Sie es wirklich verantworten?

Wir hoffen nicht, dass wir Automobiler nicht auf dem Gelände KZ Buchenwald gedenken dürfen. Wir, die IAC Sindelfingen, wollen das nicht unseren Kolleginnen und Kollegen berichten, unseren Azubis!

Zum Schluss über die Tragweite in den Daimler Werken in Süddeutschland – wir haben es mit Faschisten und faschistoiden Kräften zu tun, auch bei Daimler:

-MdB ist Markus Frohnmaier AfD, bekannt durch die Aussage über Flüchtlinge als „Messermigranten“(Dokumentiert). Er agiert bei uns offen mit der Aussage: Diese IG-Metall hat keine Existenzberechtigung (Dokumentiert ). Er ist Höcke Vertrauter (Dokumentiert) und er ist aus einem Wahlkreis unserer Region.

-Oliver Hilburger, Zentrum Automobil Betriebsrat, Daimler Werk Untertürkheim. PEGIDA Redner und ehemaliges Mitglied einer Nazi Musikgruppe, deren Musik auf dem NSU Mordvideo zu hören ist. (Dokumentiert NSU Ausschuss Landtag Baden-Württemberg).

Nur diese beiden Täter, haben ein Ziel: Die Arbeiter und Gewerkschaftsbewegung zu zerschlagen.

In der Verantwortung für die ermordeten Kämpfer und für die Zukunft unserer Jugend wollen wir gedenken.

Werden Sie bitte nicht zu indirekten Helfern der Faschisten von heute. Wir unterstellen Ihnen das ausdrücklich nicht.

Wir und Sie haben die Verantwortung, dass sich das Geschehene niemals wiederholt.

Deswegen appellieren wir an Sie, sehr geehrte Damen und Herren:

Gedenkveranstaltung am 17.August 2019 im KZ Buchenwald!

Mit kollegialen Grüßen

Klaus-Jürgen Hampejs Pressesprecher IAC Sindelfingen

Tobias Knapp Daimler Sindelfingen, IG-Metall Vertrauensmann und Vereinsvorsitzender

(Wir stellen Ihnen gerne alle Dokumente original zur Verfügung, welche unsere Aussagen belegen.)


Eisenacher Aufbruch

Überparteiliches Wahlbündnis

Eisenach, den 19.7.2019

Protesterklärung des Eisenacher Aufbruchs gegen das Verbot der Gedenkkundgebung für Ernst Thälmann in Buchenwald

An die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora

An Herrn Rikola-Gunnar Lüttgenau

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind ein überparteiliches, antifaschistisches Wahlbündnis in Eisenach. Seit über 15 Jahren sind wir im Stadtrat vertreten. Wir sind auch Teil des Internationalistischen Bündnisses. Wir wenden uns an Sie in Sorge um die Meinungsfreiheit für Antifaschisten. Mit Erschrecken und Empörung haben wir zur Kenntnis genommen, dass eine geplante Gedenkkundgebung zum 75. Todestag von Ernst Thälmann am 17. August von Seiten der Stiftung verboten werden soll. Wir haben schon viel erlebt, aber das ist doch ein einzigartiger Vorgang!

Sie werfen den Veranstaltern offenbar vor, ein positives Verhältnis zu Stalin zu haben. Wie kann so eine Frage darüber entscheiden ob das Gedenken an Thälmann erlaubt sein soll? Über Stalin kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein und lange diskutieren. Aber es ist doch klar, dass die Kommunisten in Buchenwald einschließlich Ernst Thälmann Anhänger Stalins waren. Wollen Sie ihnen mit dieser Begründung die Solidarität verweigern? Wenn die Gedenkstätte Buchenwald einen Sinn hat, dann doch wohl das ehrende Andenken an die Opfer und an diejenigen, die den Widerstand organisiert haben bis hin zur Selbstbefreiung des Lagers. Dabei waren Kommunisten bekanntlich führend beteiligt.

Die zweite Begründung für Ihr Verbot ist offenbar die Unterstellung von Antisemitismus, weil seitens der Veranstalter der Kundgebung angeblich zum Boykott Israels aufgerufen werde. Als Teil des Internationalistischen Bündnisses wissen wir, dass Antisemitismus von dem Bündnis aktiv bekämpft wird und dass niemand dort das Existenzrecht Israels in Frage stellt. Wir selbst beteiligen uns in Eisenach immer wieder aktiv am Gedenken für verfolgte ehemalige jüdische Mitbürger. Ein Teil des Bündnisses unterstützt kritisch die Bewegung zu Boykott, Desinvestment und Sanktionen (BDS) gegen die Regierung von Israel. Kritik an einer Regierung muss erlaubt sein. Das hat aber mit Antisemitismus nichts zu tun.

Von einer Wahlkampfveranstaltung kann bei dieser Kundgebung keine Rede sein. Da sind Sie offenbar falsch informiert.

Wir fordern Sie auf, das Verbot der Gedenkkundgebung zurück zu nehmen!

i.A.

Hanna Hofmann (Vorstandssprecherin)


Geschichtswerkstatt Hamburg: „Wir sind fassungslos“

Die 34 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der antifaschistischen Gedenkkundgebung anlässlich des Altonaer Blutsonntags und der Hinrichtung der vier jungen Kommunisten Karl Wolff, August Lütgens, Walter Möller und Bruno Tesch im Hof des Altonaer Gerichtsgefängnisses durch die Hitler-Faschisten haben den folgenden Protestbrief geschrieben: „Wir haben erfahren, dass Sie, Herr Rikola-Gunnar Lüttgenau sowie ein Stiftungsrat eine antifaschistische Gedenkkundgebung auf dem Gelände der Gedenkstätte KZ Buchenwald anlässlich des 75. Todestages von Ernst Thälmann am 17. August 2019 verboten haben. Wir sind fassungslos!

Ernst Thälmann war Hamburger Kommunist, Antifaschist, Arbeiter, Kämpfer, Familienvater, eng mit den Massen verbunden und bis zu seiner Ermordung standhaft für die Sache der Arbeiterbewegung.

Auch wir sind Hamburgerinnen und Hamburger, wir sind Antifaschisten, Gewerkschafter, Demokraten, Christen, Marxisten-Leninisten und Internationalisten. Wir stehen heute ebenfalls hier an einem Mahnmal von vier jungen ermordeten Kommunisten, um ihrer zu gedenken und für heute zu mahnen! Keine Macht der Welt kann uns dieses verbieten!

Teddy, wie Ernst Thälmann liebevoll genannt wurde, ist für uns ein Vorbild im Kampf gegen Faschismus und Krieg. Er war ein glühender Verfechter einer breiten antifaschistischen Einheitsfront und für den Aufbau des Sozialismus. Dafür wurde er von den Hitler-Faschisten elf Jahre lang eingesperrt, gefoltert und am 18. August 1944 auf Befehl von Hitler ermordet. Seine Frau und Tochter kamen ins KZ Ravensbrück – Rückkehr unerwünscht.

Wie kommen Sie dazu, ein solches ehrenvolles Gedenken zu verbieten?! Weil auch Kommunisten dabei sind? Weil sie gegen die MLPD sind? Wo bleibt Ihre antifaschistische Ehre? Wo bleibt Ihre Geschichtskenntnis? Gerade die Kommunisten haben im Widerstand gegen den Hitler-Faschismus den größten Blutzoll bezahlt.

Mit ihrem ungeheuerlichen Verbot treten sie nicht nur das Gedenken an Teddy sondern das Gedenken aller im Hitler-Faschismus gefolterten und geschundenen Kämpferinnen und Kämpfer, Demokraten, Christen, Antifaschisten, Kommunisten und Menschen jüdischen Glaubens mit Füßen …

Aus dem Schwur von Buchenwald vom 19. April 1945: ‚Wir schwören deshalb vor aller Welt auf diesem Appellplatz, an dieser Stätte des faschistischen Grauens: ‚Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht!

Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.

Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig…..‘

Herr Rikola-Gunnar Lüttgenau, Stiftungsratsmitglieder, wird fordern sie auf, das Verbot sofort zurückzunehmen und sich bei Herrn Dimler, Herrn Timm, der MLPD und dem Internationalistischen Bündnis in aller Form zu entschuldigen. Das bedeutet der Schwur von Buchenwald heute!“