Herbstdemonstration am 3. Oktober in Erfurt

Am 3. Oktober 2019 kommen Demonstrantinnen und Demonstranten aus ganz Deutschland nach Erfurt. Unter dem Motto „Gleiche Löhne und Renten in Ost und West – und zwar SOFORT! Weg mit den Hartz-Gesetzen! Für Arbeitsplätze und Umweltschutz! Kampf gegen die Rechtsentwicklung der Regierung!“ findet die jährliche Herbstdemonstration der bundeswieten Montagsdemonstrationsbewegung statt.

Der 3. Oktober – Tag der deutschen Einheit – und Erfurt als Ort wurde bewusst ausgewählt. In der öffentlichen Medienberichterstattung zu 30 Jahre Mauerfall ist die Rede davon, dass sich die Menschen in Ostdeutschland immer noch benachteiligt fühlen würden.Dazu Ulja Serway von der Koordinierungsgruppe der Bundesweiten Montagsdemo: „Das ist doch nicht nur ein Gefühl, das ist nackte Realität! ArbeiterInnen und Angestellte im Osten verdienen immer noch fast 24% weniger – die Wochenarbeitszeit liegt zugleich oft höher als im Westen! Dafür gibt es keinen sachlichen Grund. Aber Bundes- und Landesregierungen unterwerfen sich der Profitlogik der Konzerne, die Ostdeutschland wie eine Sonderwirtschaftszone behandeln. Wir nicht!“ Die Bundesweite Montagsdemobewegung und ihre Herbstdemonstrationen sind von Anfang an – seit 2004 – eine gesamtdeutsche Bewegung. Am Donnerstag werden in Erfurt Stahlarbeiter aus Duisburg, Bergleute aus dem Ruhrgebiet und Thüringen, Automobilarbeiter aus dem Süden, couragierte Frauen, rebellische Jugendliche, Umweltkämpfer, Flüchtlinge, Antifaschisten und Revolutionäre gemeinsam auf die Straße gehen.

Ein besonderes Anliegen ist uns auch der Kampf zur Rettung der natürlichen Lebensgrundlagen der künftigen Generationen.“, so Ulrich Achenbach von der Bundesweiten Montagsdemo. „Es ist 1 Minute vor 12! Die Erderwärmung schreitet dramatisch voran, im Amazonas brennt der Regenwald, in Thüringen sterben ganze Waldhänge weg. 17,6% der Bienenvölker in Thüringen haben den letzten Winter nicht überlebt. Um dieser brandgefährlichen Entwicklung entgegen zu wirken, brauchen wir einschneidende und wirksame Sofortmaßnahmen. Doch die Bundesregierung spielt mutwillig mit dem Überleben der Menschheit. Ihr Klimapaket ist in Wirklichkeit ein riesiges Umverteilungsprogramm zugunsten von Auto- und weiteren Konzernen.“

Im Aufruf zur Demonstration heißt es auch: „Am 27. Oktober sind Landtagswahlen in Thüringen. Wir setzen mit unserer Demonstration ein überparteiliches Zeichen gegen die Rechtsentwicklung der Regierungen und der etablierten Parteien! Statt Fluchtursachen werden Flüchtlinge bekämpft. Der NSU-Skandal und die Verstrickung des Verfassungsschutzes wurden bis heute nicht aufgeklärt. Für das Verbot aller faschistischen Organisationen! Keine Stimme den rechten Hetzern und Demagogen – das ist kein Protest!“

Den Aufruf der selbstorganisierten, selbst finanzierten, überparteilichen Herbstdemonstrationen unterstützen u.a. folgende Organisationen: Bundesweite Montagsdemobewegung „Weg mit Hartz IV! Montag ist Tag des Widerstands!“, Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF, Frauenverband Courage, FÜR Esslingen, Internationalistisches Bündnis (InterBündnis), Jugendverband Rebell, LF – Linkes Forum Bergisches Land, Marxistisch-Leninistische Partei Deutschland (MLPD), Solidarität International e.V., Solingen Aktiv, Überparteiliche Solidarität gegen Sozialbau Heidelberg Rhein-Neckar e.V., Verdi Bezirk Rhein Neckar, Willi Dickhut-Museum.

Die Auftaktkundgebung beginnt am 3.10.19 um 11.00 Uhr auf dem Anger in der Erfurter Innenstadt. Nach einer Demonstration durch die Innenstadt findet gegen 13.30 Uhr die Abschlusskundgebung ebenfalls am Anger statt.

Für weitere Informationen und Fragen, Vermittlung von Interviewpartnern stehen wir gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Gruß

Ulrich Achenbach und Ulja Serway im Namen der Koordinierungsgruppe der Bundesweiten Montagsdemo

Kontakt: bundesweite_montagsdemo@gmx.de , 0170/3836116

Aktiver und vereinter Widerstand gegen die Rechtsentwicklung der Regierung und im Staatsapparat! Stärkt das Internationalistische Bündnis!

Die Welt gerät aus den Fugen: 68 Millionen Menschen sind auf der Flucht, weil sie in ihrer Heimat nicht mehr menschenwürdig leben können, die Hälfte davon sind minderjährig. Auch hierzulande knapsen Rentner, Familien, Arbeitslose und Leiharbeiter häufig am Existenzminimum, während deutsche Topmanager und Großaktionäre durch kriminelle Machenschaften und die Ausbeutung der Arbeiter und Angestellten sich eine goldene Nase verdienen. Die Zerstörung der Umwelt macht ganze Landstriche unbewohnbar, regionale Unwetter nehmen drastisch zu. Immer mehr imperialistische Länder rüsten auf und bereiten sich auf einen Krieg vor. Die Liste der Ungerechtigkeiten, die Menschen auf der ganzen Welt widerfahren, ließe sich fortsetzen.

Die Bundesregierung ist noch nicht lange im Amt, da ist sie schon in einer handfesten offenen Regierungskrise. Innenminister Seehofer strebt einen regelrechten Putsch an, um mit reaktionären Verbündeten in Österreich, Italien, Ungarn oder Polen offen reaktionäre, ja sogar faschistoide Kräfte an die Regierung zu bringen. Aber auch die bestehende Regierung und Merkel entwickeln sich deutlich nach rechts. Mit dem neuen Polizeigesetz werden Regeln eingeführt, wie wir sie aus den dunkelsten Zeiten deutscher Geschichte kennen. Revolutionäre und linke Menschen sowie organisierter Widerstand werden zunehmend kriminalisiert und diffamiert, während Faschisten sowie Kräfte wie die AfD ihr Unwesen treiben dürfen. Alle Schuld in diesem Land wird mit geschickten Kampagnen der bürgerlichen Medien und Parteien auf die Flüchtlinge geschoben. Aber gibt es arm und reich erst, seitdem 2015 Syrer Europa erreichten? Sind sog. Wirtschaftsflüchtlinge schuld daran, dass Konzerne wie Opel oder Siemens tausende Ausbildungs- und Arbeitsplätze vernichten? Nein und noch mal nein. Schuld ist der Kapitalismus mit seiner grenzenlosen Profitgier. Deshalb ist Rebellion dagegen völlig gerechtfertigt! Ob Merkel, Seehofer oder Scholz, aber auch AfD’ler – keiner dieser Gestalten wird dafür sorgen, dass unsere Probleme gelöst werden.

Deshalb müssen wir die Sache selber in die Hand nehmen. Der Gegenpol zur Rechtsentwicklung der Regierung ist ein fortschrittlicher Stimmungsumschwung in der Bevölkerung: 2 Millionen Gewerkschafter haben dieses Jahr für höhere Löhne gestreikt, 65.000 sind in Bayern gegen das Polizeigesetz auf die Straße gegangen, auch in anderen Bundesländern formiert sich der Protest. Es ist auch völlig berechtigt, wenn Flüchtlinge wie in Ellwangen aktiven Widerstand gegen die Behandlung als Menschen 3. Klasse organisieren. Die rassistische und politisch motivierte Kriminalisierung und die Hetze gegen sie ist nicht zu akzeptieren! Zehntausende Jugendliche gehen auf die Straße gegen Rassisten und Faschisten, protestieren energisch gegen die AfD – richtig so! Protest ist links! Revolution ist kein Verbrechen!

Im Internationalistischen Bündnis haben wir uns zusammen geschlossen, um gegen die Rechtsentwicklung, gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Umweltzerstörung zu kämpfen. Für internationale Solidarität! Ob Deutsche oder Migranten, Frauen und Männer, Jugendliche und Rentner, Arbeiter und Arbeitslose – macht mit! Wir dürfen uns nicht auseinander dividieren lassen, nicht zerstreiten an den Punkten, wo wir nicht einig sind – sondern zusammen kämpfen, wo wir einig sind.

Machen Sie mit, macht mit im Internationalistischen Bündnis!
Beteiligt euch am Protest gegen die neuen Polizeigesetze!
Organisiert die internationale Solidarität!
Gemeinsamer Kampf statt Spaltung gegen die wachsende Ausbeutung und Unterdrückung in den Betrieben, gegen Armut und Niedriglöhne. Für gleiche Löhne und Renten in Ost und West!

Hier den Aufruf zum ausdrucken und verteilen als PDF herunterladen!